Was Du unbedingt über Stress wissen musst

von | Aug 10, 2019 | StressCare! Stress verstehen | 0 Kommentare

Die Geschichte des Wortes „Stress“

Die Sache mit dem Stress ist eine höchst spannende Angelegenheit.

Denn Stress ist grundsätzlich etwas Positives. Hätten wir ihn nicht, dann wären wir als Menschheit vermutlich schon längst ausgestorben.

Aber um das zu verstehen, muss man sich erst einmal die Geschichte zur Entstehung des Begriffes anschauen. Denn das Wort „Stress“, wie wir es heute verwenden, gab es so früher nicht.

Die Entstehung des Wortes 

Es entstand ungefähr in den 1930er Jahren und stammt ursprünglich aus der Physik.

Dort bedeutet es „die Verbiegung eines Materials unter Druck“ (engl. stress = Druck, (An)Spannung von lat. stringere = anziehen, stoßen, verformen).

Der kanadische Arzt und Hormonforscher Hans Selye (*1907 – †1982) übertrug dieses Phänomen nach dem Zweiten Weltkrieg in die Medizin.

Selye machte Versuche mit Tieren und testete deren Belastungsfähigkeit. Dabei stellte er fest, dass Tiere auf Belastungen mit heftigen Symptomen reagieren: vermehrter Herzschlag, beschleunigte Atmung, Anstieg von Stresshormonen wie Adrenalin, Nor-Adrenalin und Cortisol.

Diese Erkenntnisse übertrug er auf den Menschen.

So entwickelte er die Grundlagen der Lehre vom Stress und das allgemeine „Adaptionssyndrom“:

also wie unser Körper auf Stress reagiert bzw. welche Anpassungsreaktionen unser Körper vornimmt.

Jedoch ist das Allgemeine Adaptionssyndrom mittlerweile etwas überholt.

Wir reagieren doch ganz unterschiedlich auf Stress – jeder anders!

Aber mit seinen Forschungen zeigte er, dass permanente Dauer-Belastungen auch für den menschlichen Körper Folgen haben können.

Das war damals bahnbrechend!

Stress hat Folgen 

Und zwar auf allen Ebenen: körperlich, mental, emotional, geistig und sozial.

JA! Und Dauer-Stress kann krank machen. Wie bei allen Dingen, die wir übertreiben.

Daher wird Hans Selye auch heute noch als „Vater der Stressforschung“ bezeichnet.

Seit der Veröffentlichung seiner ersten wissenschaftlichen Arbeit 1936 schrieb Selye mehr als 1.700 Arbeiten und 39 Bücher zum Thema. Als er sein Lebenswerk beschreiben sollte, sagte er:

„Ich habe allen Sprachen ein neues Wort geschenkt – Stress!

Die Sache mit dem Stress beruhte wohl auf einem Missverständnis

So schrieb der Tagesspiegel:

Im Grunde ist das mit dem Stress ein einziges großes Missverständnis. Er habe sich schlicht vertan, gestand Hans Selye, der Forscher, der den Begriff prägte, 1977 in seinen Memoiren. In der Physik beschreibt das englische Wort „stress“ die Kraft, die auf ein Objekt wirkt. „Strain“ hingegen steht für die daraus resultierende Verformung dieses Körpers, für seine Reaktionen auf eine Belastung – genau das, was Selye analog beim Menschen zu benennen suchte. Er habe nicht gut genug Englisch gesprochen, um den Unterschied zu kennen, erklärte Selye, der aus Wien stammend ins kanadische Montreal gekommen war. Klar definiert in der Physik, begann die Geschichte des Stresses in der Psychologie also mit einer Verwechslung. Es sollte eine Karriere voller Missverständnisse werden, die den Stress zum meist beklagten Ärgernis der westlichen Hemisphäre gemacht hat. Zu Unrecht.“ (https://www.tagesspiegel.de/wissen/stressforschung-warum-wir-den-druck-brauchen/8094122.html)

2 Arten: Eu-Stress oder Dis-Stress?!

Wie können wir nun mit der Tatsache dieses Missverständnisses umgehen?

Das Wort Stress zurückzunehmen, geht ja nicht mehr. Also bleibt nur eines … die Sache anders sehen!

Neue Definition:

(Dis-)Stress (= Strain) ist die individuelle Reaktion unseres gesamten Organismus auf permanente Dauerbelastung, wenn Regeneration und Erholung ausbleiben oder zu kurz kommen. Als Folge kommt es zu mentalen, emotionalen, sozialen, physischen und psychischen Ausfallerscheinungen.

Umgangssprachlich nennt man das einfach: Über(be)lastung!

Wenn ich in der Folge hier von Stress spreche, dann meine ich immer DIS-Stress.

Schon Hans Selye wies darauf hin, dass Stress nicht nur schlecht sei, sondern dass es auch guten Stress gäbe.

Diesen bezeichnete er als EU-Stress:

„Im täglichen Leben muss man jedoch zwei Arten von Stress unterscheiden, nämlich Eu-Stress, also den „guten“ Stress und Dis-Stress, den belastenden Stress!“

  • Eu = griech. wohl, gut, richtig, leicht – wie in Euphorie, Eulogie = eine Art „Flow“ und

  • Dis = lat. miss-, schlecht, etwas schlechtmachen – wie in Dissonanz oder umgangssprachlich „dissen“ = beleidigen

Eu-Stress motiviert. Und spornt an.

Er sorgt dafür, dass Du Deine anstehenden Aufgaben erledigst und Dich nicht zu Tode langweilst oder Dich irgendwie unterfordert fühlst.

Wenn Du im Eu-Stress, also im FLOW bist, dann ist das ein sehr angenehmer Zustand.

Denk doch mal an Deine (letzte) Hochzeit?

Oder an den profitablen Vertragsabschluss?

Auch die Geburt eines Kindes finden doch alle einfach unvergesslich.

Doch bei all‘ diesen Events wird Deine Körper von Stresshormonen nur so überflutet.

Aber Dir? Dir macht das nix auch! Dir geht’s einfach nur gut!

Eu-Stress befähigt Deinen Organismus einfach nur optimal zu handeln.

Er macht Dich mega kreativ und lässt Dich die Schönheit in allem erkennen – er beflügelt.

Dagegen ist Dis-Stress weniger prickelnd.

Hier bist Du nicht mehr „Herr im Ring“, sondern die Belastungen überlasten Dich.

Etwas überfordert Dich und Du hast nicht genug Ressourcen, um da mitzuhalten.

Das meinen wir landläufig, wenn wir sagen: Ich bin im Stress!

Wenn Du im Dis-Stress bist, dann glaubst Du, einer Sache nicht gewachsen zu sein.

Du fühlst Dich überfordert, klein und unbedeutend.

Das muss aber gar nicht stimmen.

Nur die entsprechende Situation lässt uns das glauben.

 

Relaxte Impulse abonnieren und Gratis-Tipps sichern!

Hol‘ Dir jeden Sonntag relaxte Impulse bequem aus Deinem E-Mail-Postfach und sichere Dir jede Menge Vorteile exklusiv für Abonnenten!

 

 

Was hilft bei Überforderung?

 

  • Durchatmen. Und zwar ganz tief.

  • Raus aus der Situation gehen. Und zwar ganz fix! Zur Not auf’s Klo gehen!

 

Denn wenn Du Dich überfordert fühlst, dann leidet meistens auch Dein Selbstwertgefühl.

 

Dann fühlst Du Dich körperlich, geistig und mental gestresst.

 

Und wenn dieser belastende Stress über einen längeren Zeitraum ohne Erholungspausen oder Entspannungsmöglichkeiten andauert, dann haut es fast jeden irgendwann um. Also zieh‘ vorher die Notbremse und mach‘ immer mal wieder kurze Päuschen. Durchschnaufen! Luft holen! Bewegen! Wasser trinken!

 

 

Wenn also ein Ungleichgewicht besteht zwischen den Anforderungen, die an Dich gestellt werden und Deinen persönlichen Möglichkeiten und Ressourcen, die Dir gerade zur Verfügung stehen, um diese Anforderungen zu bewältigen, dann kommt es zum Stresserleben.

 

 

Und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Stress zur größten Gesundheitsgefährdung des 21. Jahrhunderts erklärt. Denn seelischer Druck ist für 70 % aller Krankheiten mitverantwortlich. Das meinen zumindest die Forscher … und die müssen’s ja wissen.

 

Wenn Du Dir mal überlegst, dass früher, also so um die 1990er Jahre die größten Gefahren Lungenentzündung, Durchfall und Kindstod waren, so sind es 2020 – 2022 nach WHO-Prognosen Herzinfarkt, Depressionen, Angststörungen. Das sind alles Krankheiten, die häufig aufgrund von Überlastung auftreten, bzw. diese Krankheiten zumindest begünstigen.

 

Eine Definition von Stress?

 

Sorry, aber eine einheitliche Definition gibt es bis heute nicht.

 

Selbst die WHO hat keine einheitliche Definition. Was mich ehrlich gesagt ein bisschen wundert …

 

Sie wies lediglich darauf hin, dass Stress eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts ist! Aber schaun wir uns doch mal an, wie andere Stress definieren …

 

„Stress wird definiert als ein Zustand der Alarmbereitschaft des Organismus, der sich auf eine erhöhte Leistungsbereitschaft einstellt. Der Begriff wurde 1936 von H. Selye geprägt, der zwischen Eustress als einer notwendigen und positiv erlebten Aktivierung des Organismus und Distress als belastend und schädlich wirkender Reaktion auf ein Übermaß an Anforderungen unterschied. Allgemein wird der Stress- Begriff heute im letzteren Sinne benutzt.“ (www.gbe-bund.de)

 

„Stress [engl. Beanspruchung, Belastung, Druck, Anspannung; distress Sorge, Kummer]. Im allg. Sprachgebrauch bedeutet Stress eine subj. unangenehm empfundene Situation, von der eine Person neg. beeinflusst wird (Distress), i. Ggs. zum anregenden pos. S. (Eustress).“ (Lexikon der Psychologie)

 

Aber ich gebe Dir hier mal meine Definition von Stress wieder:

 

Dis-Stress ist ein subjektiv erlebtes Übermaß an Belastung, was immer auch vom einzelnen als belastend erlebt wird. Er resultiert zumeist aus der Angst heraus, etwas nicht zu schaffen und wird getriggert durch sog. Innere Antreiber, Erwartungen und Überzeugungen, die den Stressauslöser negativ bewerten. Stresserleben ist damit höchstpersönlich und individuell. Was den einen stresst, macht dem anderen gar nichts aus. Stress entsteht im Kopf.

 

Hast Du vielleicht eine schöne Definition? Oder wie siehst Du die Sache mit dem S?

 

Dann schreib mir Deine Antworten gerne in die Kommentare.

 

Bis dann und bleib entspannt.

 

 

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mach‘ mit!

JETZT ANMELDEN!

Gratis-Tipps holen:

Click here to subscribe

Pin It on Pinterest